Anglistisches Seminar Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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Mündliche Prüfung

 

Die abschließende mündliche Prüfung wird in der Regel von zwei Fachprüfern abgenommen, die vom Prüfungsamt bestellt sind. Über die in Frage kommenden Prüfer in Literatur- und Sprachwissenschaft informiert ein Aushang am Schwarzen Brett und bei den Lehramtsstudienberatern (siehe auch auf den Seiten des Instituts unter Studium/Personen/Ansprechpartner: http://www.as.uni-heidelberg.de/institut/personen/). Zwei Drittel der Prüfungszeit entfallen auf die Prüfung Ihrer Schwerpunktgebiete, ein Drittel auf die Überprüfung von Grundlageninhalten und Überblickswissen (siehe weiter unten). Dabei sind Fragestellungen aus den Landes- und Kulturwissenschaften ein-, solche der Fachdidaktik ausgeschlossen. Die Prüfung wird in englischer Sprache durchgeführt.

 

Hauptfachprüfung: Die Prüfung im Hauptfach dauert 60 Minuten. Ein Drittel entfällt auf die Sprachwissenschaft, ein Drittel auf die Literaturwissenschaft und ein Drittel auf das Grundlagen- und Überblickswissen. Dabei wählen Sie in Abstimmung mit Ihren Prüfern für die Sprach- und die Literaturwissenschaft je zwei Schwerpunktthemen. Jeweils eines dieser Themen muss einem gegenwartsbezogenen Gebiet entstammen. Die Schwerpunktthemen dürfen sich nicht mit dem Thema der wissenschaftlichen Arbeit überschneiden. Ihr Thema ist auch bei der Überprüfung des Überblickswissens auszublenden. In der Literaturwissenschaft ist die Kenntnis von Werken Shakespeares nachzuweisen. Eine Schwerpunktbildung ist möglich (§ 18 GymPO I). Die genaueren Bedingungen (etwa die Zahl der Schwerpunktthemen) müssen noch von Seiten des LLPA geklärt werden.

 

Beifachprüfung: Die Prüfung im Beifach dauert 45 Minuten. Ein Drittel entfällt auf die Sprachwissenschaft, ein Drittel auf die Literaturwissenschaft und ein Drittel auf das Grundlagen- und Überblickswissen. Dabei wählen Sie in Abstimmung mit Ihren Prüfern für die Sprach- und die Literaturwissenschaft je ein Schwerpunktthema. Beide Themen müssen einen Gegenwartsbezug aufweisen. In der Literaturwissenschaft ist die Kenntnis von Werken Shakespeares nachzuweisen. Eine Schwerpunktbildung ist möglich (§ 18 GymPO I). Die genaueren Bedingungen (etwa die Zahl der Schwerpunktthemen; Verteilung von Schwerpunkt- und Überblickswissen) müssen noch von Seiten des LLPA geklärt werden.

 

Überblickswissen: Da die mündlichen Prüfungen nach GymPO dem Grundlagen- und Überblickswissen einen deutlich höheren Stellenwert beimessen als die Prüfungen nach WPO, haben die Institute, die an der Lehramtsausbildung beteiligt sind, eine Präzisierung dessen vorgenommen, was im Sinne der Teilgebiete ihrer Fächer als Überblickswissen zu verstehen ist. Damit erhalten die entsprechenden Prüfungsteile Transparenz und einen allgemein verbindlichen Rahmen. Zugleich bietet die Übersicht den Studierenden Orientierung im Studium sowie die Möglichkeit einer gezielten Vorbereitung auf die mündliche Staatsprüfung. Für die beiden Teilgebiete Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaft wurde das Grundlagenwissen folgendermaßen spezifiziert:

 

Teilgebiet Literaturwissenschaft:

  1. Rhetorik (rhetorische Figuren, Metapher, Metonymie, Allegorie)
  2. Literaturgeschichte 1500 bis zur Gegenwart (Epochen, Epochenmerkmale, je zehn wichtige Autoren, historische Rahmenbedingungen)
  3. Medialität (Mündlichkeit/Schriftlichkeit, Publikationsformen, neuere Medien, Intermedialität)
  4. Narratologie (Autor, Erzähler, impliziter Leser, Binnenerzählung/Metadiegese, Erzählzeit/erzählte Zeit, erlebte Rede, Fokalisierung, Perspektive)
  5. Gattungen (Prosa, Epik, Drama, Lyrik, Essays, philosophische Texte, wichtige historische Quellen)
  6. Geschichte der Literaturtheorie

 

Teilgebiet Sprachwissenschaft:

  1. Phonetik und Phonologie (Phonem, Allophon(e), Minimalpaar, Artikulationsorgane, Klassifikation englischer Phoneme, Assimilation, Rhythmus, Phonotaktik, Intonation, weak forms)
  2. Semantik (Sinnrelationen (z.B. Synonymie, Antonymie), Arten von Bedeutung, Metapher und Metonymie, syntagmatische Bedeutungsbeziehungen, Polysemie, semantische Merkmale, Prototypensemantik, satzsemantische Erscheinungen (z.B. Situationstypen, Relationsglieder, semantische Rollen)
  3. Lexikologie (Lexem, Wortform, lexikalische vs. grammatische Wörter, Herkunft der Wörter (z.B. borrowings), gemischter Wortschatz und dessen Folgen, Dissoziation, phraseologische Einheiten)
  4. Morphologie (Morphem, Morph, Allomorph, Arten von Morphemen (z.B. derivational vs. inflectional; free vs. bound), Wortbildungsprozesse (z.B. conversion, clipping), Morphophonologie, morphologische Sprachtypen (z.B. analytisch, synthetisch))
  5. Syntax (Wortarten und -unterarten (z.B. main verb vs. auxiliary; phrasal vs. prepositional verb), grammatische Relationen (Subjekt, Objekt etc.), Typen von Teilsätzen, Typen von Phrasen, Konstituenten, einfacher und komplexer Satz, gestärkte & geschwächte Kategorien, tense und aspect und voice)
  6. Pragmatik (Sprechakttheorie inkl. Arten von illokutionären Akten, Konversationsmaxime, Implikaturen, Deixis, Präsuppositionen)
  7. Kontrastive Linguistik (Hauptunterschiede des Deutschen und Englischen auf allen sprachlichen Ebenen, loose-fit vs. tight-fit Sprachen, Contrastive Analysis Hypothesis, Arten des Transfers)
  8. Soziolinguistik (variable und variant, overt und covert prestige, Standard, Dimensionen der Variation (z.B. Dialekt, Soziolekt, Ethnolekt, Register), Zusammenhang Variation - Sprachwandel)
  9. Varietätenlinguistik (Kategorisierung von Varietäten, z.B.  L1 und L2-Varietäten, Verbreitung des Englischen, Kenntnisse der Hauptunterschiede des britischen und amerikanischen Englisch, Exo- und Endonormativität, koinéization, pidgins und creoles)
  10. Spracherwerb (Spracherwerbstheorien, Zweitsprache und Fremdsprache, Einfluss der Erstsprache, Faktoren für erfolgreichen Zweitspracherwerb)
  11. Englische Sprachgeschichte (Periodisierung; wichtigste extra- und intralinguistische Merkmale und Entwicklungen in den verschiedenen Sprachstufen, Great Vowel Shift, Standardisierung)
  12. Sprachwandel (Assimilation, Reanalyse, Analogie, borrowing, word-formation, folk etymology, calquing, semantischer Wandel (z.B. amelioration, narrowing, metaphorization), Grammatikalisierung, Lexikalisierung)
  13. Sprachtheorie (Modelle sprachlicher Zeichen, Ikonizität, Strukturalismus, Formalismus, Funktionalismus, linguistische Relativität)

 






Letzte Änderung: Isermann am 16.September 2015
Verantwortlich: Isermann, Becker
Kapitelstruktur

  • Prüfungen/Exams